Der Baumpflücker

Lorenzo Pellegrini, Baumpflücker



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Seit über 70 Jahren ist der Wald sein Reich, er ist sein ganzes Leben. Von frühster Kindheit an lebt Lorenzo Pellegrini vom Wald und durch ihn. Seinen Reichtum nutzt er zur Herstellung von Holzschuhen, Werkzeugen und Brennholz. Später arbeitet er in der Saison in den Abruzzen. Acht Monate weg von allem, weit weg von allen, fünf Fuß stunden entfernt vom nächsten Dorf. Bei seiner Ankunft baut er eine Hütte, dann pflegt er den Wald, alles von Hand, im Angesicht seines Schweißes. Keine Motorsäge, kein Pferd… all das ist zu teuer.

Vor 50 Jahren hat er sich im Vallée de Joux niedergelassen. Lorenzo arbeitet und arbeitet und arbeitet… fast immer alleine. Er erneuert die Wege im Risoud, lichtet das Unterholz, fällt Bäume und verarbeitet sie. Stehen die Bäume zu dicht, klettert er auf jene, die er fällen will, um die Äste zu entfernen, damit diese beim Umstürzen die jungen Nachbarn nicht verletzen. Lorenzo ist 80 Jahre alt und klettert immer noch flink wie ein Eichhörnchen auf die Bäume.

Als einer von wenigen ist er auch heute noch in der Lage, Kohlenmeiler zur Gewinnung von Holzkohle zu errichten. Seine Existenz im Risoud ernährt ihn. Er verdient dort nicht nur, was er zum Leben braucht, er befasst sich auch mit für ihn wesentlichen Dingen, die für die meisten von uns unbedeutend oder unbekannt sind. Wenn er einen Baum anschaut, sieht er ihn natürlich genauso wie jeder andere, aber er hört ihn auch, denn der Baum spricht mit ihm und teilt ihm so feinsinnige Dinge mit, dass Lorenzo einer der wenigen Menschen ist, die diese hören kann. Jedes Detail zählt, die Rinde, das Aussehen, die Äste, der Boden… Lorenzo schaut und versteht! Er steht im Einklang mit der Natur und hat viele Kenntnisse. Er weiß um das Potenzial jedes Baumes, er ist fähig den perfekten Baum zu finden.

Präsentation